Vor drei Wochen waren die Wildcats im Rahmen eines Fotoshootings bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Halle (Saale) zu Gast. Am Sonntagnachmittag löschten die Handballerinnen des SV UNION Halle-Neustadt den Vulkan aus Weibern mit 35:27. GWG Geschäftsführerin Jana Kozyk, und die neuen Präsidiumsmitglieder Angela Papenburg und Wilfried Klose wurden zum Glücksbringer der Handballerinnen des SV UNION Halle-Neustadt. Das neue Präsidium und die 250 Zuschauer wurden Augenzeuge eines der besten Spiele der Wildcats in der Vereinsgeschichte. Die Vorzeichen vor dem Spiel waren allerdings gar nicht gut.
Michael Funke musste für das Spiel gegen den Tabellenführer auf Peggy Hesse verzichten. Die Kreisspielerin fällt auf Grund einer Schulterverletzung für mindestens drei Wochen aus. Trotz des Ausfalls waren die Abwehr und eine sehr gute Torhüterleistung der Grundstein für den Überraschungssieg. Für Anne Voigt im Tor der Wildcats war es das erste Heimspiel im Trikot des SV UNION Halle-Neustadt. Mit 18 Paraden zog sie dem Tabellenführer den Nerv. Selbst einen Gesichtstreffer überstand die Juniorennationalspielerin ohne größere Probleme. Die Wildcats starteten gut in die Bundesligapartie und führten nach fünf Minuten mit 3:0. Eine Zeitstrafe gegen Thea Schwarz und später gegen Monic Burde nutzten die Gäste, um das Spiel zu drehen. 5:7 lagen die Wildcats nach dem guten Start plötzlich zurück. Kaum war Monic Burde wieder auf dem Feld, antwortete der Mannschaftskapitän mit Toren. Zusammen mit Thea Schwarz und Jacqueline Hummel zwang sie die Gästetrainerin beim Stand von 11:8 zur Auszeit. Eine Schrecksekunde dann kurz vor der Pause: Monic Burde knickte bei einer Offensivaktion unglücklich um und musste das Spielfeld verlassen. Ein weiterer personeller Rückschlag für den UNION-Rückraum. Die Wildcats behielten aber trotz der Verletzung den Kopf oben und gingen mit einer 16:14-Führung in die Halbzeit.
Bange Blicke der Zuschauer richteten sich dann auf die Kabinentür der Wildcats. Kommt der Mannschaftskapitän zurück oder nicht? Dies war leider nicht der Fall, doch die Mitspielerinnen sprangen in die Bresche und verzauberten die Fans. 7 Tore innerhalb von acht Minuten waren das Ergebnis einer Offensive, die geprägt war von schnellem Tempohandball und guten Eins-gegen-eins-Situationen. Mit fünf Toren in der zweiten Halbzeit übernahm nun auch Zofia Fialekova die nötige Verantwortung im Spiel. Die restlichen Wildcats überzeugten sowohl im Abwehrverhalten als auch in der Offensive. Die aktuell führende Spielerin der Torschützenliste, Simone Salz, erzielte insgesamt nur drei Tore für den TuS Weibern. „Ich habe den Spielerinnen vor der Partie gesagt, dass sie nicht zum Wurf kommen darf, da es sonst in der Regel hinten auch einschlägt. Dies haben meine Spielerinnen heute perfekt umgesetzt. Im Angriff haben wir das Tempo mal rausgenommen, dann wieder hochgefahren. Wir haben unsere Linie konsequent durchgezogen“, so Michael Funke über das Spiel. Laut der Gästetrainerin wurde der Grundstein für die Niederlage durch die starke Anne Voigt gelegt. „Halle-Neustadt hat seine Torwartprobleme durch diesen Transfer sicher in den Griff bekommen. 35 Gegentore waren bei uns zudem ein Beleg dafür, dass es auch in der Defensive insgesamt nicht stimmte. Wir haben keine Sicherheit in den Verband gekommen. Jede Abwehrspielerin war auf sich alleine gestellt.“ Ab der 45. Spielminute tauchte auch Monic Burde wieder auf der Bank der Wildcats auf. Mit getapten Fuß wollte sie ihre Mannschaft auf dem Weg zum Erfolg noch unterstützen. Mit drei wichtigen Toren in fünf Minuten brachte sie ihr Team endgültig auf die Siegerstraße.
In der Schlussphase liesen die Wildcats nichts anbrennen und bauten ihre Führung teilweise bis auf zehn Tore aus. Linda Jäger erzielte kurz vor dem Schlusspfiff ihr erstes Tor für die Wildcats und rundet somit den erfolgreichen Nachmittag ab. Die Zuschauer honorierten diese gute Leistung mit Standing Ovations – und das schon drei Minuten vor Schluss. Mit Abpfiff der Partie kannte der Jubel dann keine Grenzen mehr. Die Fans feierten ihre Spielerinnen und bei dem ein oder anderen liefen dann auch Freudentränen nach so einem gelungenen 3. Advent. Selbst Monic Burde konnte nach dem Spiel lachen, obwohl sie mit Mannschaftsarzt Frank Nowack sofort die Halle in Richtung Universitätsklinikum Halle/Kröllwitz verlassen musste. „Um eine genaue Diagnose stellen zu können, werden wir jetzt sofort zum Röntgen fahren. Der erste Verdacht ist eine Kapselläsion des rechten oberen Sprunggelenks“, so Nowack. Durch den Erfolg gegen den Tabellenführer verlassen die Wildcats die Abstiegsplätze. Am nächsten Wochenende muss der SV UNION Halle-Neustadt beim BSV Sachsen Zwickau antreten.
Marcel Gohlke,
SV Union Halle-Neustadt




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